Arbitrage
Arbitrage-EAs nutzen vorübergehende Kursunterschiede zwischen verwandten Instrumenten aus. Latenzempfindlich und broker-abhängig. Retail-Varianten nutzen statistische Korrelation statt reiner Cross-Exchange-Arbitrage.
Mechanismus
Die statistische Arbitrage überwacht den Spread zwischen zwei korrelierten Paaren (z. B. EUR/USD und GBP/USD oder EUR/USD und EUR/GBP). Überschreitet der korrelationsbereinigte Spread eine Schwelle, shortet der EA das überbewertete Instrument und geht das unterbewertete long, um bei Rückkehr des Spreads zu schließen. Latenz-Arbitrage-Varianten nutzen Verzögerungen im Kurs-Feed zwischen Brokern aus — die meisten Broker verbieten dies inzwischen und erkennen es per Musteranalyse.
Eignung
Statistische Arb ist legal und broker-neutral; Latenz-Arb ist bei den meisten Brokern in diesem Katalog eingeschränkt. Statistische Varianten funktionieren am besten auf EUR/USD vs. GBP/USD (Korrelation 0,90+) und erfordern Konten mit engem Spread. Die Performance verschlechtert sich, wenn die Korrelation während Risikoereignissen zusammenbricht. Geeignet für systematische Händler, die mit Pairs-Trading-Logik vertraut sind; nicht als erste EA-Strategie empfohlen.
Hinweise
Arbitrage im Lehrbuchsinn ist ein risikoloser Profit aus derselben Sache, die auf zwei Arten bepreist wird. Die Realität im Retail-Bereich ist bescheidener und ehrlicher in Bezug auf ihre Einschränkungen. Statistische Arbitrage handelt den Spread zwischen zwei korrelierten Paaren — sie shortet das relativ überteuerte und kauft das unterbewertete, wenn sich ihre Beziehung dehnt, und schließt dann, sobald sie zurückkehrt. Latenz-Arbitrage, die Verzögerungen im Preis-Feed zwischen Brokern ausnutzt, ist ein anderes Tier: Die meisten Broker in diesem Katalog verbieten sie inzwischen und erkennen sie aktiv, daher ist sie keine Strategie, die diese Seite als praktikabel behandelt.
Statistische Arbitrage ist legal und broker-neutral, aber sie ist kein Werkzeug für Anfänger. Sie hängt davon ab, dass eine Korrelation hält (EUR/USD und GBP/USD liegen unter normalen Bedingungen über 0.90) und verschlechtert sich genau dann, wenn ein Risikoereignis diese Korrelation bricht — was auch der Zeitpunkt ist, zu dem sich Verluste häufen. Enge Spreads sind unerlässlich, weil der Vorteil pro Leg klein ist.
Wenn Sie einen Arbitrage-EA in diesem Katalog bewerten:
- Typ — bestätigen Sie, dass sie statistisch ist und nicht latenzbasiert (Letztere ist eingeschränkt und fragil).
- Korrelationsstabilität — wie verhält sie sich, wenn die Paarbeziehung während eines Schocks bricht?
- Spread-Empfindlichkeit — kleine Vorteile pro Trade verlangen ein Raw/ECN-Konto.
- Komplexitätseignung — Pairs-Trading-Logik ist fortgeschritten; kein empfohlener erster EA.
Glossary